Bulletin Juli 2010
SALZTOLERANZ VON KARTOFFELN
Bei C. Meijer BV steht das Anpassungsvermögen neuer Sorten an Stressfaktoren wie Trockenheit und Salz hoch auf der Tagesordnung des Veredelungsprogramms. Ein Schritt ist der Test von sehr jungem Material in einem völlig anderen Klimagebiet. Als Beispiel wäre die Einführung der neuen Generation von Sorten mit einem erhöhten Maß an Stresstoleranz zu nennen, beispielsweise Melody, Orchestra und Musica.
Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen: Wasserqualität und -verfügbarkeit sind enorm wichtige Angaben für den Kartoffelanbau in zahlreichen Gebieten. Versalzung ist einer der Faktoren, mit denen der Ackerbau immer mehr zu kämpfen hat und bekommt.
Dies ist der Grund, weshalb C. Meijer B.V. 2009 gemeinsam mit der Provinz Seeland sowie der Landwirtschafts- und Gartenbauorganisation ZLTO ein Versuchsfeld für Salztoleranz angelegt hat. Der Standort ist ein Feld mit Quellstellen am Zandweg in Zierikzee. Hier werden keine Kartoffeln mehr angebaut. Wichtige Ratschläge für den Versuchsaufbau haben wir von den Spezialisten von ZLTO und Herrn Pleijter van Agrowa erhalten.
Ziel des Versuchs:
- Nachweis genetischer Unterschiede hinsichtlich der Salztoleranz bei bestehenden Sorten.
- Suche nach geeigneteren Genitoren (Eltern), welche die Basis der Sortenentwicklung für eine höhere Salztoleranz bilden.
Im ersten Jahr des Versuchs (2009) kam es durch übermäßigen Niederschlag Ende Mai zu einer Wasserüberlast auf dem Salzversuchsfeld. Es waren große Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten festzustellen, aber die Strukturprobleme scheinen größeren Einfluss zu haben als die Zufuhr von salzigem Grundwasser.

Bild des Versuchsfeldes für Salztoleranz im Juni 2009. Durch die Struktur der Quellstelle blieb das
(süße) Wasser zu lang stehen, wodurch das Wachstum stellenweise stark zurückblieb.
Dieses Jahr sind die Versuchsbedingungen deutlich besser: Das Wasser, das die Kartoffel benötigt, stammt aus dem Boden und ist demnach salzig (Salinität 21 g/l). Die Entwicklung der Pflanzen ist bisher gut verlaufen. Im Oktober wissen wir, wie die Ergebnisse ausfallen. Wir erwarten dadurch Hinweise zu bekommen, welche Leistungen die Sorten bei diesen salzigen Bedingungen erbringen im Vergleich zu den Sorten auf dem Kontrollfeld in einigen Hundert Metern Entfernung.

Bild des Versuchsfeldes für Salztoleranz Anfang Juni 2010. Durch die Trockenheit ist das
salzige Grundwasser für die Pflanze verfügbar. Die Pflanze sieht noch frisch aus.

Bild des Versuchsfeldes für Salztoleranz Ende Juli 2010. Die Trockenheit dauerte bis zum 20. Juli, aber
an der Pflanze sind noch keine sichtbaren Salzschäden zu erkennen. Einige Sorten reifen schnell ab.
Ob dies durch die Trockenheit oder das Salz bedingt ist, wird sich zeigen, wenn wir die Ergebnisse
der Sorten mit denen des ebenfalls nicht beregneten Kontrollfeldes vergleichen.
Fortsetzung folgt